Die richtige Entscheidung bei der Erneuerung eines Flachdaches


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Flachdachsanierungen können aus ganz unter-schiedlichen Gründen notwendig werden. Ist das Dach in die Jahre gekommen, haben also die Abdichtungsmaterialien ein bestimmtes Alter erreicht, dient die Sanierung dazu, die Dichtheit des Daches zuverlässig wieder herzustellen. Dies ist mit den heute zur Verfügung stehenden Materialien problemlos für mehrere Jahrzehnte möglich. Nicht immer muss jedoch ein schadhaftes Dach die Ursache sein. Auch der Wunsch nach zusätzlichem Wohnraum kann der Grund für die Sanierung eines Daches sein. Gerade hier hat der Architekt gute Möglichkeiten die Wünsche des Bauherrn zu verwirklichen.

Der Weg zur optimalen Lösung

Eine fachmännisch geplante Flachdachsanierung beginnt mit der Feststellung des Ist-Zustandes. Erst wenn der Status quo des Daches festgehalten ist, kann über die zu treffenden Sanierungs-maßnahmen entschieden werden. Dabei sollten die unterschiedlichen Abdichtungssysteme mit ihren Besonderheiten besonders kritisch unter die Lupe genommen werden. Nur so kann das Dach danach für Jahrzehnte auch stärksten Beanspruchungen Stand halten. Die Wahl des Abdichtungsmaterials spielt dabei eine große Rolle. Polymerbitumen- und Bitumenbahnen haben sich seit Jahren bewährt. Sie halten selbst extremen Witterungsbedingungen stand – zum Beispiel Hagelschlag – und haben eine lange Lebensdauer.

Schäden erkennen und richtig sanieren

Schäden in der Dachhaut führen zu eindringendem Wasser, das je nach Grad der Schädigung die komplette Dach-konstruktion in Mitleidenschaft ziehen kann. Je nach Alter und Zustand des Daches ist irgendwann der Zeitpunkt erreicht, an dem eine Sanierung der gesamten Dachfläche die wirtschaftlichste Lösung darstellt. Dabei haben sich die Methoden zur Sanierung von Flachdächern grundlegend geändert. Heutzutage wird der alte Dachaufbau, solange es nur irgendwie möglich ist, auf dem Gebäude belassen. Die sogenannte Kahlschlag-Sanierung, also die vollständige Demontage eines schadhaften Daches und dessen kompletter Neuaufbau, wird inzwischen kaum noch praktiziert. Stattdessen werden die dichtungstechnischen und bauphysikalischen Defizite des Altdachs mit ergänzenden, zusätzlichen Schichtenkombinationen behoben. Dies gilt auch, wenn bei der Prüfung der bestehenden Abdichtungsschichten eine durchfeuchtete Dämmschicht festgestellt wird. Führte dies in der Vergangenheit in der Regel dazu, dass das alte Dach bis auf die Dampfsperre abgeräumt wurde, so ist dies nach neueren Untersuchungen des AiF (Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen) zu substanzerhaltenden Flachdachsanierungen nicht mehr erforderlich. Der durchfeuchtete Schichtenaufbau kann in vielen Fällen auf dem Dach verbleiben. Diese Sanierungsmethode ist sowohl technisch praktikabel, da sich für das Dach daraus keine technischen Funktionseinschränkungen ergeben, als auch wirtschaftlich interessant, da keine Kosten für Abriss und Entsorgung anfallen. Ein Totalabriss ist nur in wenigen Fällen notwendig, z.B. wenn der Bauzustand derart mangelhaft ist, dass die Statik des Gebäudes neue Dichtungsschichten nicht mehr tragen kann. Bei allen Sanierungsvarianten sollte unbedingt ein ausreichendes Gefälle zur Ableitung des Niederschlagswassers eingeplant werden. Abhängig vom Ergebnis der Bestandsaufnahme sind gegebenenfalls Trenn- beziehungsweise Ausgleichsschichten einzuplanen. Die Funktion der Ausgleichsschicht kann auch von einer speziellen Wärmedämmung übernommen werden. Für alle Sanierungsvarianten, bei denen das alte Abdichtungspaket auf dem Dach verbleiben kann, ist zu beachten, dass sich durch zusätzliche Abdichtungslagen das zu tragende Gewicht für die Dachkonstruktion erhöht. Deshalb muss überprüft werden, ob die Tragfähigkeit der Konstruktion für die erhöhte Dachlast ausreicht. Ebenfalls muss der Planer darauf achten, dass bei der Aufbringung von neuen Dämmschichten die vorgegebene Attikahöhe eingehalten wird. Zur Abdichtung des Daches ist eine zweilagige Verlegung von Polymerbitumen- und Bitumenbahnen empfehlenswert. Hier ist neben weiteren Gegebenheiten u.a. die DIN 1055-4 zu beachten. Sie regelt die Sicherung der Bahnen gegen Abheben durch Windsog. Die einschlägigen Fachregeln wie z.B. "Technische Regeln für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit Polymerbitumen- und Bitumenbahnen – abc der Bitumenbahnen" sowie die jeweiligen Herstellervorschriften sind bei der Planung der Abdichtung eine wertvolle Arbeitshilfe.

Neue Energieeinsparverordnung – ein wichtiges Thema

Mit der Sanierung eines Daches bietet sich gleichzeitig die Möglichkeit, einen Beitrag zur Verringerung des Energieverbrauchs und damit für die Umwelt zu leisten. Die gesetzlichen Anforderungen an die Wärmedämmung sind in den letzten Jahren stetig gestiegen. Besonders die am 01. Februar 2002 in Kraft getretene "Verordnung über Energie sparenden Wärmeschutz und Energie sparende Anlagentechnik bei Gebäuden" – die EnEV – macht in vielen Fällen eine Verbesserung der Dämmung notwendig. Neben der EnEV wird die geforderte Luftdichtigkeit von Bauteilen und Anschlüssen in der DIN 4108 – Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden - Teil 7: Luftdichtheit von Gebäuden, Anforderungen, Planungs- und Ausführungsempfehlungen sowie -beispiele – geregelt. Der Architekt muss bei der Einplanung des Wärmeschutzes die Sicherung eines behaglichen Raum- und Arbeitsklimas berücksichtigen. Ebenso muss der Schutz der Baukonstruktion vor Schäden durch Temperaturspannungen und Tauwasserbildung sicher gestellt sein. Die wirtschaftliche Lösung Anlass zur Erneuerung von Dächern kann auch der Wunsch nach zusätzlichem Wohnraum sein. Aus mehreren Gründen ist in diesen Fällen die Aufstockung mit einem neuen Flachdach der Aufsattelung vorzuziehen. Wer heutzutage ein Flachdach plant, dem stehen mit Polymerbitumenbahnen moderne und zuverlässige Baustoffe zur Verfügung, die bei Planern und Verarbeitern keine Wünsche offen lassen. Aber nicht nur in Bezug auf die Dichtigkeit kann ein Flachdach überzeugen. Auch unter wirtschaftlichen Aspekten ist die "flache Lösung" die bessere Alternative. Bei einer Aufsattelung schmilzt der neu geschaffene Wohnraum aufgrund gesetzlicher Bestimmungen auf ein Minimum zusammen und der zusätzliche Raum wird oft nur als teurer Speicherraum genutzt. Bei einer Aufstockung steht die volle Deckenhöhe auf der gesamten Raumfläche zur Verfügung. Der Raum wird nicht durch Dachschrägen eingeschränkt und kann in vollem Umfang genutzt werden. Das Flachdach kann zudem als Dachterrasse umfunktioniert werden und so zur Steigerung der Wohnqualität beitragen. Dies gilt auch, wenn nur ein Teil des Daches um eine Etage erhöht wird. Die Beanspruchung von Dächern steigt Doch nicht nur unter diesen Aspekten stellen flache Dächer mit einer Abdichtung aus Polymerbitumen- und Bitumenbahnen die wirtschaftlichste Lösung dar. Auch unter dem Aspekt der sich verändernden klimatischen Bedingungen sind diese Materialien eine gute Wahl. Hier sind Architekten und Planer ganz besonders gefordert, die zukünftig starken Beanspruchungen durch extreme Wetterereignisse wie Hagelschlag, Sturm und Starkregen zu berücksichtigen. Gerade das Bauteil "Dach" wird zukünftig einiges aushalten müssen. Hier machen sich dann Wahl und Langzeitqualität des Baumaterials erst richtig bemerkbar. Steht ein Dach zur Sanierung an, besteht die große Chance, es durch den Einsatz qualitativ hochwertiger Materialien bereits heute für zukünftige Beanspruchungen langzeitsicher abzudichten. Prima Klima auf dem Dach Anstelle eines schweren Oberflächenschutzes kann im Zuge der Sanierung auch eine Dachbegrünung eingeplant werden. Diese bietet neben zahlreichen Nutzungsmöglichkeiten auch einen Beitrag zur Verbesserung der städtischen Lebensbedingungen. In Deutschland sind rund zwölf Prozent der Bodenfläche versiegelt, die bei Regen Kanalisation, Kläranlagen und Flüsse zusätzlich belasten, anstatt im natürlichen Kreislauf zu versickern und zu verdunsten. Die Folgen: Hochwasser, fallende Grundwasser-spiegel und überhitztes Stadtklima. Begrünte Dächer hingegen halten Niederschläge zurück, Regenwasser wird gespeichert und zeitverzögert abgeleitet. Und nicht nur das: In den Ballungsräumen verbessern Dachbegrünungen das Mikroklima: Pflanzen verdunsten Regenwasser, es entsteht Verdunstungskälte, die das Stadtklima kühlt. Staub wird aus der Luft gefiltert und lagert sich an die Pflanzenteile an. Ein weiterer Vorteil: Pflanzen und Substratschicht schützen die Abdichtung vor schädigenden UV-Strahlen und großen Temperaturschwankungen und verlängern so ihre Lebensdauer. Fazit Am Beginn einer Sanierungsmaßnahme muss für den Planer zunächst einmal die Feststellung des Status quo stehen. Erst wenn er den Zustand des entsprechenden Flachdaches beurteilen kann und weiß, welche Anforderungen zukünftig gestellt werden, kann er eine sinnvolle Sanierung planen. Die erforderlichen Maßnahmen orientieren sich an dem Ergebnis der Bestandsaufnahme, an den Anforderungen der EnEV und natürlich an den Wünschen des Bauherrn. Mit Polymerbitumen- und Bitumenbahnen stehen dem Architekten dabei Materialien zur Verfügung, mit denen er in der Planung flexibel bleibt, gleichzeitig aber ein dauerhaft dichtes Dach gewährleistet. Sie trotzen selbst extremen Belastungen und Umwelteinflüssen und sind unempfindlich gegen mechanische Belastungen. Ausführliche Informationen zum Thema Flachdach bei Neubau und Sanierung hält der vdd Industrieverband Bitumen-Dach- und Dichtungsbahnen e.V. auf der Internetseite www.derdichtebau.de bereit. Dort können u.a. die Broschüren "Halten Sie die Kosten flach – Flache Dächer wirtschaftlich sanieren" und "Technische Regeln für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit Polymerbitumen- und Bitumenbahnen" kostenlos bestellt werden.