Was tun nach dem Schneechaos?
Die Erkundung des Daches
Wer sich vergewissern möchte, ob sein Dach Schäden davon getragen hat, sollte nach Angaben der dach.de-Experten kontrollieren, ob es noch ein gleichmäßiges Bild abgibt oder Verformungen auftreten. Das betrifft nicht nur den Dachstuhl, sondern auch die Eindeckung. Liegen beispielsweise bei Ziegeldächern noch alle Ziegel richtig oder gibt es Verschiebungen? Lücken erkennt man bei einem nicht verkleideten Dachstuhl besser, da die Dachkonstruktion innen einsehbar ist und das Tageslicht die beschädigte Stelle verrät. Dr. Thomas Oberst, Pressereferent vom TÜV Süd, rät Hausbesitzern zu überprüfen, ob in der Konstruktion Absplitterungen beim Holz oder gar Verdrehungen zu sehen sind. Einer Prüfung unterzogen werden sollten auch alle metallischen An- und Abschlüsse z.B. an Kaminen, Kehlen und Ortgängen. Wenn vorhanden, sollten auch Schraubverbindungen getestet werden, ob diese fest sitzen.
Der Dachboden gibt noch weitere Hinweise auf eine Beschädigung. Wasserflecken oder -pfützen auf dem Boden können ebenfalls auf eine mögliche Beschädigung der Konstruktion hindeuten. Man sollte in einem solchen Fall jedoch mit Ruhe vorgehen und sich darüber vergewissern, ob nicht nur ein Leck in der Eindeckung die Ursache ist. Ist "nur" die Dacheindeckung oder die Dichtungsschicht beschädigt, ist eine Ausbesserung in der Regel mit wenig Aufwand zu bewerkstelligen.
Auch die Entwässerung kann in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Die Halterung der Dachrinnen und Fallrohre kann durch herunter stürzende Schneemassen aus der Verankerung gerissen worden sein. Selbst eine beschädigte Rinne birgt eine Gefahr. Deshalb sollte auch darauf Augenmerk gelegt werden. Dr. Oberst rät, den Lauf des Regenwassers zu beobachten, ob es den beabsichtigten Weg nimmt oder ob wegen einer Beschädigung des Entwässerungssystems das Wasser an der Hausfassade herunter läuft.
Diskussion um risikobehaftete Dachformen
In den Medien wurden neben Schadensbilanzen und Chaosbildern auch grundsätzliche Fragen zu Dachkonstruktionen diskutiert, die häufig Verwirrung stifteten. Welche Dachtypen sind am ehesten von Schäden betroffen - wie sieht ein sicheres Dach aus? In den Schneeregionen war jede Dachform schwersten Lasten ausgesetzt. Die Extremwetterlage forderte die Dächer bis zur Belastungsgrenze heraus. Einige Lagerhallen oder Scheunen "erlagen" dem Druck von nassem Schnee und Eis. Einfamilienhäuser waren jedoch kaum von Einstürzen betroffen. Für den Fachmann vom TÜV Süd gibt es keinen Grund zur Panik: "Erst sollte der Hausbesitzer gründlich prüfen, ob er einen Schaden oder auffällige Hinweise erkennen kann. Dann sind passende Maßnahmen zu ergreifen."
Was machen, wenn ein Schaden besteht?
Die Experten von dach.de raten bei kleineren Beschädigungen zuerst die entsprechenden Fachhandwerker oder Planer des Objektes zu kontaktieren. Wenn sogar der Architekt, der das Haus geplant hat, kontaktiert werden kann, ergibt sich rasch ein klares Bild, da er anhand seiner Baupläne die Statik am besten beurteilen kann. Die Kosten für eine Überprüfung sind in vielen Fällen auch nicht allzu teuer, beziehen sich natürlich auf das jeweilige Objekt.
Was aber machen, wenn die Hinweise bei der Überprüfung des Daches einen größeren Schaden vermuten lassen? Dr. Oberst: "Wenn äußere Anzeichen auf eine Beschädigung der Dachkonstruktion hindeuten, sollte auf jeden Fall ein Statiker oder ein Sachverständiger - beispielsweise vom TÜV - hinzugezogen werden." Die Experten können in kurzer Zeit entscheiden, wie kritisch die Beschädigung ist und welche Schritte einzuleiten sind. Die Kosten für eine fachbetreute Begehung liegen bei etwa 500 bis 600 Euro je nach Gebäudegröße und Anfahrtsweg.
Weitere Informationen sind im Internet unter www.dach.de zu finden.
BU: Der Schein kann trügen. Nach extremer Belastung können Schäden an der Konstruktion entstanden sein. Eine sorgfältige Überprüfung bringt Gewissheit und Sicherheit.
Bild: www.dach.de
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