Was Sie bei der Flachdachentwässerung beachten sollten!
Grundsätzlich stehen Ihnen zwei verschiedene Prinzipien zur Flachdachentwässerung zur Verfügung. Welche die geeignete Methode für Ihr Dach ist und welche Vor- und Nachteile bestehen, erfahren Sie hier auf Dachdecker.com. Außerdem: Wie setzen sich die Kosten für eine professionelle Entwässerung zusammen und wie sieht die Kombination mit einer effektiven Wärmedämmung aus?

Flachdachentwässerung mit Abläufen - damit an der Dachkante kein Wasserfall entsteht. © Martin Cathrae - flickr
Der Gesetzgeber stellt höchste Anforderungen an die Entwässerung von Flachdächern. In den Normen DIN EN 12056-3 und DIN 1986-100 werden sowohl die Bauweise als auch die geforderte Leistungsfähigkeit der Entwässerungs-systeme festgeschrieben. So wird beispielsweise gefordert, dass der Wasserabfluss zusammen mit der Notentwässerung des Flachdachs ein theoretisch kalkuliertes Jahrhundert-Regenereignis über die Dauer von fünf Minuten bewältigen muss! Wenn Sie mehr über die Bauweise von Flachdächern erfahren möchten, besuchen Sie unsere Webseite hier.
Um diesen hohen Ansprüchen gerecht zu werden und das Gebäude vor eindringender Feuchtigkeit zu schützen, sollten Sie Planung und Durchführung der Bauarbeiten an Ihrem Dach einem erfahrenen Fachmann anvertrauen. Dieser berät Sie professionell und stellt Ihnen die Vor- und Nachteile der zwei Methoden der Flachdachentwässerung vor. Auf der Seite von Dachdecker.com können Sie schnell und einfach einen Meisterbetrieb aus Ihrer Region kontaktieren und sich Angebote erstellen lassen.
Lesen Sie im Folgenden alle wichtigen Informationen und verschaffen Sie sich einen ersten Überblick über die Möglichkeiten der Flachdachentwässerung.
Die zwei Prinzipien der Flachdachentwässerung
Das Ziel einer effizienten Entwässerung ist es, Regenwasser schnell und sicher von der Dachfläche in den Boden abzuleiten. Ein Wasserstau auf der Dachfläche muss unbedingt vermieden werden, da das Wasser die Bausubstanz angreift und das Dach schnell undicht werden kann. Dies hätte nicht nur feuchte Decken und Wände im Wohnbereich zur Folge, auch Dämmung und verarbeitetes Holz würden nachhaltig geschädigt. Die beiden grundlegenden Systeme zur Entwässerung von Flachdächern – die Freispiegelentwässerung und das Druckströmungssystem – beruhen auf dem Prinzip der Schwerkraftentwässerung, unterscheiden sich aber im Aufbau und im optimalen Anwendungsbereich.
Die Freispiegelentwässerung
- Funktionsweise
Die Freispiegelentwässerung leitet das Regenwasser durch mehrere Fallleitungen in eine mit Gefälle verlegte Grundleitung ab. Die Ablaufleistung bzw. die zu bewältigende Wassermenge wird durch das Rohrsohlengefälle und die Dachgullys entscheidend beeinflusst. Um die fehlerfreie Funktion des Systems zu gewährleisten, müssen die Rohre immer mit Wasser teilgefüllt sein (eine maximale Füllhöhe darf aber nicht überschritten werden), sodass die Ableitung durch die Schwerkraft nicht erfolgen könnte.
- Anwendungsbereich
Anwendung findet die Freispiegelentwässerung vornehmlich zur Entwässerung kleinerer Dachflächen bis etwa 150 Quadratmeter pro Ablauf. Zudem ist das System bei begehbaren und bepflanzten Flachdächern beliebt, da die im Vergleich zum Druckentwässerungssystem größeren Ablaufrohre weniger schnell verstopfen.
- Vor- und Nachteile
Dank der trichterförmigen Ablaufkörper können die Gullys eine hohe Ablaufleistung erzielen und damit das Regenwasser sehr effizient vom Dach ableiten. Allerdings erfordert dieses System einen vergleichsweise hohen Platzbedarf, da diese zahlreichen Rohre mit Gefälle verlegt werden müssen!
Das Druckströmungssystem
- Funktionsweise
Die Druckströmentwässerung leitet die Ablaufströme der einzelnen Gullys über Anschlüsse in eine gemeinsame Fallleitung. In dieser Leitung wird hydraulisch ein Unterdruck erzeugt, der das Wasser mit einer schnellen Fließgeschwindigkeit von der Dachfläche abzieht. Um die Sogwirkung auszunutzen, müssen die Rohre also nicht mit einem Gefälle ausgestattet sein.
- Anwendungsbereich
Aufgrund der leistungsstarken Druckströmung kann diese Variante besonders für großflächige Dachanlagen wie zum Beispiel von Einkaufszentren herangezogen werden. Das sensible System sollte hingegen nicht in begehbare Flachdächer integriert werden.
- Vor- und Nachteile
Das Druckströmungssystem bietet mit den gefällelos verlegten Rohren eine optimale Raumnutzung. Allerdings muss für die fachgerechte Entwicklung der Sogwirkung ein Höhenunterschied zwischen Dach und Grundleitung von mindestens vier Metern vorausgesetzt werden. Der Unterdruck muss zudem exakt berechnet werden: die sogenannte Druckströmungsberechnung wird von einem Experten vorgenommen und bezieht die durchschnittliche Regenmenge in die Kalkulation mit ein. Das aufwendige und komplexe System erfordert also ein gehöriges Maß an Fachwissen!
Die Kombination mit der Dachdämmung
Die installierte Flachdachentwässerung muss in enger Abstimmung mit der Wärmedämmung installiert werden. Hier gilt es zweierlei zu beachten:
- Die Anschlüsse der Dämmung müssen fachgerecht, d.h. luft- und wasserdicht, an die jeweiligen Abflussrohre angebracht werden. Sowohl die Dämmstoffe selbst als auch die Dampfbremse dürfen keine Wärmebrücken bzw. undichte Stellen aufweisen. Eine fehlerhafte Ausführung führt einerseits zu einer unbefriedigenden Dämmwirkung, was sich negativ auf Ihre Heizkostenrechnung auswirken würde. Andererseits ruft eindringende Feuchtigkeit ein langwieriges Problem mit der erhöhten Gefahr der Schimmelbildung und Holzfäule hervor! Der Fachmann müsste zur Behebung einer undichten Stelle eine aufwendige Ortung des Lecks in der Dachfläche vornehmen und große Teile der Bedeckung entfernen.
- Die nachträgliche Dämmung Ihres Flachdaches erfordert unter Umständen recht weitreichende Baumaßnahmen, die auch das System der Dachentwässerung direkt betreffen. Ziehen Sie zur Planung Ihrer Wärmedämmung einen Dachdecker zurate, der die Kombinationsmöglichkeiten des bestehenden Entwässerungssystems mit der Dachdämmung untersucht und Ihnen den effizientesten Lösungsvorschlag unterbreitet. Die Wahl zwischen Außen- oder Innendämmung will wohl überlegt und gegeneinander abgewogen sein!
Möchten Sie mehr Informationen zur Dämmung eines Flachdaches erhalten? Hier finden Sie einen lesenswerten Artikel und weiterführende Hinweise über Ihre Optionen der energetischen Gebäudesanierung!
Wie setzen sich die Kosten für die Flachdachentwässerung zusammen?
Grundsätzlich können die Preise für komplette Entwässerungssysteme nicht pauschal und allgemeingültig genannt werden. Bedenken Sie, dass verschiedene Variablen Einfluss auf die Gesamtkosten der Flachdachentwässerung nehmen, die nur im Zusammenhang mit Ihren individuellen Vorbedingungen in der Gänze überblickt werden können. Hierbei spielt zum Beispiel die Größe der Dachfläche eine entscheidende Rolle, ebenso wie die kalkulierte Wasserabflussmenge, das gewählte Abflusssystem und natürlich die Hochwertigkeit der verarbeiteten Materialien! Letztlich müssen auch die Handwerkskosten kalkuliert werden, die von Unternehmen zu Unternehmen und von Region zu Region unterschiedlich sind.
UNSER TIPP: Sie sollten sich unbedingt nach der Beratung durch den Fachmann einen Kostenvoranschlag erstellen lassen! Eine Zusammenstellung der benötigten Material- und Arbeitskosten verschafft Ihnen einen guten Überblick und gibt Ihnen Sicherheit in Bezug auf die Gesamtkosten!

