Vorsicht bei Dach-Eis
Das Dach ist der höchste Bereich eines Hauses und daher oftmals in erhöhtem Maße den Witterungsbedingungen ausgesetzt. Vor allem im Winter können Minusgrade, Schnee und Tauwetter dem Dach ziemlich zusetzen. In einem schneereichen Winter kommt es bei bestimmten Wetterbedingungen (Wechsel zwischen Frost- und Tauperiode) auch vermehrt zur Bildung von sogenanntem Dach-Eis, welches ebenfalls einen Risikofaktor für das Dach darstellt. All dies kann schlimmstenfalls zu erheblichen Schäden an der Dacheindeckung und der Dachkonstruktion führen.
Dach-Eis und Schnee – Gefährlich für das Flachdach
Schnee und Dach-Eis sind in zweifacher Hinsicht ein Risiko für den Hauseigentümer. Auf der einen Seite besteht die Gefahr, dass das Dach der enormen Schneelast nicht Stand hält und einbricht. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist das Dach der Veltins-Arena in Gelsenkirchen. Die immensen Mengen an Neuschnee und das darunter liegende Dach-Eis führten dazu, dass einige der mit Teflon beschichteten Dachmembranen des Schalker Fußballstadions gerissen sind.
Eine hohe Schneelast ist vor allem bei Flachdächern problematisch, da die Schneemasse und das Dach-Eis, welches sich möglicherweise gebildet hat, auf dem Dach liegen bleiben. Die zulässige Schneelast kann mithilfe der Schneelastzone sowie weiteren Faktoren ermittelt werden und auch für die tatsächliche Schneelast gibt es eine Formel zur Berechnung. Entscheidend ist dabei allerdings nicht die Höhe der Schneedecke, sondern das Gewicht des Schnees. In den jeweiligen Zustandsformen ist Schnee unterschiedlich stark verdichtet und somit unterschiedlich schwer. Dementsprechend müssen für Pulverschnee, nassen Schnee und Dach-Eis jeweils angepasste Werte zugrunde gelegt werden.
Dach-Eis und Schnee – Gefährlich auch für geneigte Dächer
Der zweite Risikofaktor von Schnee und Dach-Eis besteht darin, dass sie sich in Form sogenannter Dachlawinen lösen, vom Dach herabstürzen und dort Passanten oder Fahrzeuge beschädigen. Vorsicht ist auch geboten bei Eiszapfen, die sich an der Dachrinne bilden und dort abbrechen können. In solchen Fällen haftet oftmals der Hauseigentümer für den entstandenen Schaden.
Zum Schutz vor Dachlawinen existieren verschiedene Schneefangsysteme, die je nach Dachart und Eindeckungsmaterial angebracht werden können. Zum Schutz vor Dach-Eiszapfen kann eine Dachrinnenheizung installiert werden, welche jedoch recht teuer ist.
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