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Dachaufstockung Kosten: Was kostet es, ein Dach aufzustocken? [2026]

Kathrina Haunfelder
Verfasst von Kathrina Haunfelder
Zuletzt aktualisiert: 11. August 2026
Lesedauer: 15 Minuten
© rep0rter / istockphoto.com

Eine Dachaufstockung schafft zusätzlichen Wohnraum, ohne dass das Haus eine größere Grundfläche benötigt. Gleichzeitig greift die Erweiterung in die bestehende Statik, Gebäudehülle und Haustechnik ein, sodass der bauliche Aufwand je nach Bestand deutlich variieren kann. Für die Kostenplanung ist deshalb wichtig, zwischen einem reinen Rohbau und einer schlüsselfertigen, wohnfertigen Übergabe zu unterscheiden. Auch der Rückbau des bestehenden Dachs und die notwendigen Anschlüsse an das vorhandene Gebäude können den Leistungsumfang und damit die Gesamtkosten beeinflussen.

Alles auf einen Blick:

  • Eine wohnfertige Geschossaufstockung kostet bei einem tragfähigen und gut zugänglichen Bestand meist 1.800 bis 3.500 Euro pro Quadratmeter neuer Wohnfläche.
  • Der Gesamtpreis hängt unter anderem von der Statik des Hauses, der Planung, dem Rückbau des bestehenden Dachs, notwendigen Verstärkungen, der Treppenöffnung und dem Innenausbau ab.
  • Bauweise, Grundriss, Dachform, Fensteranteil, Ausstattung und erforderliche Leitungsanschlüsse beeinflussen den Preis pro Quadratmeter.
  • Auch Sonderlogistik, Arbeiten an der bestehenden Bausubstanz und Eingriffe in bewohnte Geschosse können zusätzliche Kosten verursachen.
  • Für die Schaffung neuen Wohnraums kann eine Baugenehmigung erforderlich sein. Klären Sie die Vorgaben daher frühzeitig mit der zuständigen Baubehörde.
  • Prüfen Sie für das Bauprojekt mögliche Förderungen und steuerliche Vorteile für die geplanten Arbeiten.

Dachaufstockung Kosten: Preise in der Übersicht

KostenpositionKostenLeistungsumfang
wohnfertige Geschossaufstockung1.800 bis 3.500 Euro pro Quadratmeter neuer Wohnfläche
  • Tragwerk, gedämmte Hülle, Dach, Fenster, Außengerüst sowie Montage der neuen Bauteile mit einem vom Grundstück aus eingesetzten Kran, grundlegender Innenausbau sowie Elektro- und Heizungsarbeiten in der neuen Etage
  • ausgeschlossen sind Planung, Bestandsprüfung, Rückbau, Verstärkungen, Sonderlogistik, Treppe, Bad und Bestandsarbeiten
statische Bestandsuntersuchung2.500 bis 8.000 Euro pro Projekt
  • Prüfung der Statik von Fundament, tragenden Wänden und oberster Geschossdecke einschließlich Aufstockungsberechnung
  • Bauteilöffnungen, Bodengutachten und Verstärkungsplanung können hinzukommen
Architektur- und Genehmigungsplanung8.000 bis 20.000 Euro pro Projekt
  • Entwurf, Koordination und Unterlagen für den Bauantrag
  • behördliche Gebühren, Sondernachweise und Fachplanungen bleiben separat
Rückbau und Entsorgung des Altdachs5.000 bis 15.000 Euro pro Projekt
  • Abdecken, Abbruch und Abtransport eines zugänglichen, schadstofffreien Bestandsdachs
  • Gerüst, Kran, Schadstoffsanierung und Zwischenabdichtung müssen ausdrücklich ausgewiesen werden
  • dabei ist klarzustellen, ob Gerüst und Kran bereits in der Position „wohnfertige Geschossaufstockung“ enthalten sind
statische Verstärkungen30.000 bis 50.000 Euro pro Projekt
  • Verstärkungen an Decke, tragenden Wänden oder Fundament nach Bestandsprüfung
  • Bauteilöffnungen, die statische Bemessung zusätzlicher Verstärkungen und die Behebung weiterer Schäden sind separat zu kalkulieren
neuer Treppenzugang6.500 bis 16.500 Euro pro Projekt
  • Tragwerksberechnung, Deckenöffnung mit erforderlicher Auswechslung sowie Innentreppe in einfacher bis mittlerer Ausführung
  • Brandschutzbekleidungen, Fluranpassungen und neue Bodenoberflächen können hinzukommen

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Was kostet eine Dachaufstockung?

Eine wohnfertige Dachaufstockung kostet meist 1.800 bis 3.500 Euro pro Quadratmeter neuer Wohnfläche. Im Preis enthalten sind in der Regel das neue tragende Geschoss, die gedämmte Gebäudehülle mit Dach und Fenstern, ein Außengerüst, die Montage der Bauteile per Kran sowie ein grundlegender Innenausbau mit Elektro- und Heizungsleitungen. Bei einem reinen Rohbauangebot entfallen dagegen Oberflächenarbeiten und haustechnische Installationen. Voraussetzung für diesen Kostenrahmen ist, dass Fundament, Tragwände und oberste Geschossdecke ausreichend tragfähig sind und das bestehende Dach ohne umfangreiche Verstärkungen angehoben werden kann. Auch die Baustellenbedingungen spielen eine Rolle, denn Gerüst und Kran müssen auf dem Grundstück aufgestellt werden können. Zusätzliche Kosten können für die Planung, die Prüfung der Statik, den Rückbau des alten Dachs, notwendige Verstärkungen, besondere Logistik und die Treppenöffnung entstehen. Auch Kosten für bauliche Maßnahmen in den darunterliegenden Geschossen werden in der Regel separat kalkuliert.

Gut zu wissen:
Die Begriffe Dachaufstockung und Kniestockerhöhung beschreiben unterschiedliche Baumaßnahmen der Hausaufstockung. Bei einer Dachaufstockung entsteht durch ein zusätzliches Geschoss mehr Wohnraum im Haus, wobei bei einer Kniestockerhöhung dagegen der sogenannte Kniestock, also der senkrechte Wandbereich zwischen Geschossdecke und Dachschräge, erhöht. Dadurch wird die Fläche unter der Dachschräge besser nutzbar, ohne ein vollständiges Geschoss zu errichten. Ist das bestehende Dach intakt und soll erhalten bleiben, kann es für beide Maßnahmen angehoben und anschließend wieder aufgesetzt werden.

Welche Faktoren beeinflussen die Kosten für eine Dachaufstockung?

  • neue Wohnfläche: Mit zunehmender Fläche steigen Material-, Montage- und Ausbaukosten. Bei kleinen Aufstockungen verteilen sich Kosten für Kran, Baustelleneinrichtung und Planung auf weniger Quadratmeter.
  • Statik und Bauweise: Schwerere Bauweisen, große Spannweiten oder Auskragungen erhöhen den Aufwand für Statik und Anschlüsse. Ist die Dachkonstruktion intakt, kann das bestehende Dach angehoben und wieder aufgesetzt werden. Die Kosten für das Anheben eines Dachs hängen unter anderem von Dachform, Größe, Konstruktion, Höhe des Kniestocks und erforderlichem Kraneinsatz ab.
  • Dachform: Ein einfaches Satteldach lässt sich in der Regel leichter aufstocken als ein Walmdach, denn ein kompakter Grundriss hält den Aufwand gering. Erker, Rücksprünge oder Dachterrassen können dagegen einen zusätzlichen Planungs- und Arbeitsaufwand verursachen.
  • Fenster und Gebäudehülle: Große Fensterflächen, Sonnenschutz und hochwertige Fassadenbekleidungen können die Material- und Montagekosten deutlich erhöhen.
  • Ausbaustufe: Je nachdem, wie fertig der neue Wohnraum übergeben werden soll, unterscheiden sich die Kosten deutlich. Leistungen wie Estrich und Bodenbeläge können ebenso hinzukommen wie Malerarbeiten, Innentüren oder eine komplette Sanitärausstattung.
  • haustechnische Anschlüsse: Lange Leitungswege, zusätzliche Heizkreise und getrennte Zähler erhöhen den Installationsaufwand.


Welche Zusatzkosten kommen häufig dazu?

  • Baurecht und Baugenehmigung: Vor der Planung muss geprüft werden, welche Höhe, Geschosszahl und Bauform am jeweiligen Standort zulässig sind. Gibt es keinen Bebauungsplan, muss sich die Dachaufstockung außerdem in Art und Umfang sowie in der Bauweise an der umliegenden Bebauung orientieren. [1] Gebühren, Lageplan und Sondernachweise sollten als eigene Positionen ausgewiesen werden, sofern sie nicht in der Planungspauschale enthalten sind.
  • statische Verstärkungen: Reicht die vorhandene Statik des Hauses für die geplante Aufstockung nicht aus, können Verstärkungen an Decken, Wänden oder Fundament erforderlich sein. Dafür können Kosten von etwa 30.000 bis 50.000 Euro entstehen. Professionelle statische Berechnungen zeigen, welche Maßnahmen tatsächlich notwendig sind.
  • Dachrückbau und Schutzmaßnahmen: Die Spanne von 5.000 bis 15.000 Euro gilt für ein zugängliches, schadstofffreies Dach. Arbeiten an einer Photovoltaikanlage, Schadstoffsanierung und Wetterschutz werden separat kalkuliert.
  • Sonderlogistik und Nutzung öffentlicher Verkehrsflächen: Müssen Gerüst oder Kran von einer öffentlichen Straße aus eingesetzt werden, erhöhen eine größere Kranausladung, die Einrichtung von Sperrflächen, Genehmigungen und Verkehrssicherungsmaßnahmen den Aufwand.
  • Eingriffe in untere Geschosse: Eine neue Treppenöffnung, Leitungsführung durch bewohnte Räume, Brandschutzbekleidungen und die Wiederherstellung von Decken oder Wänden sind eigenständige Leistungen.

Kostenbeispiele für eine Dachaufstockung 2026

Bei allen drei Kostenbeispielen bleiben die Treppenöffnung, Genehmigungsgebühren sowie der Ausbau von Bad und Küche unberücksichtigt. Gleiches gilt für mögliche Arbeiten, die in den darunterliegenden Geschossen erforderlich werden.

Beispiel 1: einfache Aufstockung bei tragfähigem Bestand

In diesem Beispiel entstehen durch die Aufstockung des Hauses 60 Quadratmeter neue Wohnfläche. Die professionelle Tragwerksprüfung bestätigt ausreichende Reserven, das schadstofffreie Dach ist gut zugänglich und der Innenausbau bleibt auf einem einfachen Niveau. Der ausführende Dachdeckerbetrieb arbeitet zudem mit einem Architekten zusammen.

PostenKosten
60 Quadratmeter wohnfertige Aufstockung × 1.800 Euro108.000 Euro
statische Bestandsuntersuchung2.500 Euro
Architektur- und Genehmigungsplanung8.000 Euro
Rückbau und Entsorgung des Altdachs5.000 Euro
Gesamtkosten123.500 Euro

Der niedrige Gesamtpreis ergibt sich aus den Untergrenzen aller vier Positionen sowie aus dem tragfähigen und gut zugänglichen Bestand. Sonderlogistik fällt bei dieser Zufahrt nicht an.

Beispiel 2: übliche Aufstockung mit erweitertem Innenausbau

Ein Dachgeschoss eines Hauses soll um 80 Quadratmeter erweitert werden. Geplant sind mehrere Räume und größere Fensterflächen, außerdem soll der neue Wohnraum bereits mit fertigen Oberflächen übergeben werden. Heizung und Elektroinstallation werden ebenfalls umfangreicher ausgeführt. Kran und Gerüst können direkt auf dem Grundstück aufgestellt werden, sodass die Arbeiten ohne besondere logistische Zusatzmaßnahmen umgesetzt werden können.

PostenKosten
80 Quadratmeter wohnfertige Aufstockung × 2.500 Euro200.000 Euro
statische Bestandsuntersuchung5.000 Euro
Architektur- und Genehmigungsplanung14.000 Euro
Rückbau und Entsorgung des Altdachs10.000 Euro
Gesamtkosten229.000 Euro

Die größere Wohnfläche, der mittlere Quadratmeterpreis sowie höhere Kosten für Bestandsprüfung, Planung und Rückbau erklären den Abstand zum einfachen Beispiel. Verstärkungen am Bestand entfallen dagegen vollständig.

Beispiel 3: komplexe Aufstockung mit statischen Verstärkungen

Bei diesem aufwendigeren Bauvorhaben entstehen 100 Quadratmeter zusätzliche Wohnfläche. Der Grundriss ist stärker gegliedert, die Räume erhalten größere Fensterflächen und hochwertigere Oberflächen. Bei der Untersuchung des bestehenden Hauses zeigt sich, dass Decke und tragende Wände die zusätzliche Belastung nicht ohne Verstärkung aufnehmen können. Das Dach muss deshalb regulär zurückgebaut werden, bevor die neue Konstruktion aufgebaut werden kann.

PostenKosten
100 Quadratmeter wohnfertige Aufstockung × 3.500 Euro350.000 Euro
statische Bestandsuntersuchung8.000 Euro
Architektur- und Genehmigungsplanung20.000 Euro
Rückbau und Entsorgung des Altdachs15.000 Euro
statische Verstärkungen50.000 Euro
Gesamtkosten443.000 Euro

Der hohe Quadratmeterpreis sowie die oberen Werte für Bestandsprüfung, Planung, Rückbau und Tragwerksverstärkung bestimmen die Gesamtsumme. Die angesetzten Verstärkungskosten gelten nur für diesen geprüften Bestand. Umbauten in bewohnten Etagen bleiben separat. Für vergleichbare Angebote müssen Wohnfläche, Ausbaustufe, Nebenleistungen und Ausschlüsse als Kostenfaktoren stets gleich definiert sein.



Wann sollten Sie einen Fachbetrieb für eine Dachaufstockung engagieren?

Einen Fachbetrieb sollten Sie bei einer Dachaufstockung bereits in der Planungsphase hinzuziehen, da Statik, Baukonstruktion und technische Anschlüsse fachgerecht aufeinander abgestimmt werden müssen. Auch die bestehende Bausubstanz sollte vor Beginn der Arbeiten fachgerecht geprüft werden, damit die geplante Aufstockung sicher umgesetzt werden kann. Dachdeckerbetriebe arbeiten dabei je nach Umfang und Anforderungen des Bauprojekts eng mit Architekten und Statikern zusammen. Für neue beheizte oder gekühlte Räume gelten Anforderungen an die Außenbauteile. [2] Bei einer zusammenhängenden neuen Nutzfläche von mehr als 50 Quadratmetern ist zusätzlich der sommerliche Wärmeschutz nachzuweisen. Mit einem Profi an Ihrer Seite werden garantiert alle Baumaßnahmen koordiniert geplant.

Gibt es Förderungen oder Steuervorteile?

Für einzelne energetische Maßnahmen an Bauteilen einer Dachaufstockung kommen entweder ein Zuschuss aus der Bundesförderung für effiziente Gebäude oder die Steuerermäßigung nach § 35c EStG in Betracht. Förderfähig sind die jeweils anerkannten energetischen Maßnahmen, wenn Gebäudenutzung und technische Anforderungen den Voraussetzungen des gewählten Förderwegs entsprechen und die zeitlichen Verfahrensvorgaben eingehalten werden.

Wann kann die Bundesförderung für effiziente Gebäude genutzt werden?

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude kann für energetische Arbeiten an der Gebäudehülle eines Bestandsgebäudes genutzt werden, wenn dessen Bauantrag oder Bauanzeige mindestens fünf Jahre zurückliegt, die technischen Mindestanforderungen erfüllt werden und ein Energieeffizienz-Experte eingebunden ist. [3] Der Grundfördersatz beträgt 15 Prozent. Für die erste Wohneinheit sind grundsätzlich 30.000 Euro förderfähige Ausgaben pro Kalenderjahr ansetzbar, mit individuellem Sanierungsfahrplan bis zu 60.000 Euro. Seit dem 21. Juli 2026 wird der Bonus von 5 Prozentpunkten nur gewährt, wenn für die energetische Maßnahme mindestens 30.000 Euro förderfähige Ausgaben anfallen, und er greift nur für den förderfähigen Kostenanteil oberhalb dieser Schwelle. [4]

Bei der Antragstellung muss ein Lieferungs- oder Leistungsvertrag vorliegen, der eine aufschiebende oder auflösende Bedingung hinsichtlich der Förderzusage sowie das voraussichtliche Umsetzungsdatum enthält. [5] Nach der Antragstellung kann die Ausführung auf eigenes Risiko beginnen. Nach Abschluss reichen Sie Rechnungen und den technischen Verwendungsnachweis ein. Wird durch die Aufstockung ausschließlich eine neue Wohneinheit geschaffen, ohne dass zuvor beheizte Bestandsfläche einbezogen wird, kann das Vorhaben förderrechtlich als Neubau und nicht als Einzelmaßnahme am Bestand gelten. [6]

Wann ist die Steuerermäßigung nach § 35c EStG möglich?

Als Eigentümer können Sie für energetische Maßnahmen an einem selbst genutzten, mehr als zehn Jahre alten Gebäude 20 Prozent der begünstigten Aufwendungen über drei Jahre von der tariflichen Einkommensteuer abziehen, höchstens 40.000 Euro je Objekt. [7] Der Abzug verteilt sich auf 7 Prozent im Abschlussjahr, 7 Prozent im ersten und 6 Prozent im zweiten Folgejahr. Die Maßnahme muss spätestens 2029 abgeschlossen sein. Energetische Arbeiten an einer Wohnflächenerweiterung durch Dachgeschossaufstockung können einbezogen werden, nicht jedoch automatisch sämtliche Baukosten. Erforderlich sind eine Bescheinigung des Fachunternehmens, eine nachvollziehbare Rechnung und die unbare Zahlung. [8] Die Ermäßigung wird mit der Einkommensteuererklärung nach Abschluss der Maßnahme beansprucht.

Handwerkerkosten bei einer Dachaufstockung steuerlich absetzen

Der § 35a EStG ermöglicht eine Steuerermäßigung für bestimmte Handwerkerleistungen bei Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsarbeiten im bestehenden Haushalt. Begünstigt ist grundsätzlich der Arbeitslohn, nicht die Materialkosten. Bei einer Dachaufstockung muss jedoch geprüft werden, ob es sich tatsächlich um eine begünstigte Modernisierungsmaßnahme handelt oder durch die Erweiterung erstmals zusätzlicher Wohnraum geschaffen wird.

Wichtig:
Förderbedingungen und steuerliche Voraussetzungen ändern sich kontinuierlich. Klären Sie den gewählten Förderweg deshalb vor der Auftragserteilung mit der zuständigen Stelle. Beachten Sie außerdem, dass eine Kombination mit öffentlichen Zuschüssen oder zinsverbilligten Darlehen für dieselbe Maßnahme nicht möglich ist.

Wie kann ich bei einer Dachaufstockung Kosten sparen?

  • Baurecht frühzeitig klären: Prüfen Sie bereits vor der Entwurfsplanung den Bebauungsplan und die Vorgaben der Landesbauordnung. So lässt sich frühzeitig klären, ob Sie eine Genehmigung brauchen und welche Gebäudehöhe, Geschosszahl und Dachform am Standort zulässig sind. Damit vermeiden Sie spätere bauliche Änderungen.
  • Bestand vorab prüfen: Eine frühzeitige Tragwerksprüfung und notwendige Bauteilöffnungen zeigen, ob Verstärkungen erforderlich sind. So können unerwartete Zusatzkosten während der Bauphase vermieden werden.
  • Leitungswege kurz halten: Planen Sie Bad und Küche möglichst über bereits vorhandenen Nassräumen im Haus. Vorhandene Schächte und Leitungswege können den Installationsaufwand deutlich reduzieren.
  • Ausstattung früh festlegen: Legen Sie Fenster, Sonnenschutz, Bodenbeläge, Innentüren, Sanitärobjekte und Elektroausstattung vor dem Angebotsvergleich fest. So lassen sich die Preise besser miteinander vergleichen.
  • Leistungsumfang vergleichen: Prüfen Sie genau, welche Kosten für Gerüst, Kran, Wetterschutz, Entsorgung, Treppe und Arbeiten am Bestand im Angebot enthalten sind. Spätere notwendige Zusatzarbeiten sollten stets schriftlich mit den jeweiligen Kosten festgehalten werden.


Fazit

Für eine wohnfertige Dachaufstockung sind 1.800 bis 3.500 Euro pro Quadratmeter neuer Wohnfläche eine gute erste Orientierung. Voraussetzung ist, dass die vorhandene Statik die zusätzliche Belastung ohne umfangreiche Verstärkungen aufnehmen kann und Kosten für Planung, Dachrückbau sowie Arbeiten in bestehenden Geschossen separat berücksichtigt werden. Die größten Kostenrisiken liegen in einer unklaren Bausubstanz und einem nicht eindeutig definierten Leistungsumfang. Beim Angebotsvergleich sollten Sie deshalb nicht nur auf die Gesamtsumme achten. Prüfen Sie auch, ob Wohnfläche, Ausbaustufe und enthaltene Nebenleistungen bei allen Angeboten gleich definiert sind. Eine frühzeitige Bestands- und Tragwerksprüfung hilft zudem, notwendige Verstärkungen rechtzeitig zu erkennen und unerwartete Zusatzkosten zu vermeiden.

Dachaufstockung Kosten: Häufig gestellte Fragen

Welche Fläche zählt beim Quadratmeterpreis einer Dachaufstockung?

Für den Quadratmeterpreis sollte die vertraglich vereinbarte neue Wohnfläche anhand der lichten Raummaße berechnet werden. Nach der Wohnflächenverordnung zählen Flächen mit mindestens 2 Metern lichter Höhe vollständig, Flächen ab 1 Meter und unter 2 Metern zur Hälfte und niedrigere Bereiche nicht. [9] Bei geneigten Decken bleibt die Wohnfläche deshalb unter der Grundfläche. Lassen Sie Planfläche und Abrechnungsmethode festschreiben.

Was kosten Bauherrenhaftpflicht und Bauleistungsversicherung bei einer Dachaufstockung?

Bei 250.000 Euro Bausumme kostet die Bauherrenhaftpflicht etwa 75 bis 250 Euro, während eine Bauleistungsversicherung in einem günstigen Vergleichstarif bei rund 220 Euro beginnt. Die Bauherrenhaftpflicht deckt Haftungsrisiken gegenüber Dritten, die Bauleistungsversicherung bestimmte unvorhergesehene Schäden an der Bauleistung. [10] Bei 350.000 Euro Bausumme liegen die Beiträge in den herangezogenen Vergleichstarifen für die Bauleistungsversicherung bei etwa 285 bis 320 Euro. [11] Klären Sie vor Baubeginn, ob der Wohngebäudeversicherer informiert und der Schutz angepasst werden muss.

Gilt ein Festpreis auch für unbekannte Schäden im Bestand?

Ob ein Festpreis unbekannte Bestandsschäden umfasst, hängt von Leistungsbeschreibung und Risikozuordnung ab. Macht ein unbekannter Bestandsschaden eine Änderung des vereinbarten Werkerfolgs erforderlich und verlangen Sie diese Änderung, regelt § 650b BGB das Änderungsverfahren. [12] Die Vergütung richtet sich dabei grundsätzlich nach den tatsächlich erforderlichen Kosten mit angemessenen Zuschlägen. [13] Halten Sie Prüfzeitpunkt, Annahmen zu Tragfähigkeit und Schadstofffreiheit, Verstärkungspreise sowie das Nachtragsverfahren schriftlich fest.

Was kostet der neue Treppenzugang zur aufgestockten Etage?

Für Tragwerksberechnung, Deckenöffnung mit erforderlicher Auswechslung und eine Innentreppe in einfacher bis mittlerer Ausführung sollten Sie grob 6.500 bis 16.500 Euro kalkulieren. Die untere Grenze setzt eine unkomplizierte Öffnung und einfache Treppe voraus. Stahlbetondecken, beengte Montageverhältnisse und aufwendige Geländer führen eher zu Kosten am oberen Ende der Spanne. Brandschutzbekleidungen, Anpassungen im Flur und neue Bodenoberflächen können zusätzlich anfallen.

Quellen

[1] Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz, www.gesetze-im-internet.de/bbaug/__34.html. Zugegriffen 24. Juli 2026.

[2] Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz, www.gesetze-im-internet.de/geg/__51.html. Zugegriffen 24. Juli 2026.

[3] Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Sanierung_Wohngebaeude/Gebaeudehuelle/gebaeudehuelle_node.html. Zugegriffen 24. Juli 2026.

[4] Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, www.energiewechsel.de/KAENEF/Redaktion/DE/FAQ/FAQ-Uebersicht/BEG/faq-beg-00-03-02.html. Zugegriffen 24. Juli 2026.

[5] Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, www.bafa.de/DE/Energie/Effiziente_Gebaeude/Informationen_fuer_Antragstellende/informationen_fuer_antragstellende_node.html. Zugegriffen 24. Juli 2026.

[6] Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, www.bafa.de/SharedDocs/Downloads/DE/Energie/beg_liste_technische_faq.pdf?__blob=publicationFile&v=8. Zugegriffen 24. Juli 2026.

[7] Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz, www.gesetze-im-internet.de/estg/__35c.html. Zugegriffen 24. Juli 2026.

[8] Bundesministerium der Finanzen, www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Steuerarten/Einkommensteuer/2025-08-21-einzelfragen-energetische-massnahmen.pdf?__blob=publicationFile&v=4. Zugegriffen 24. Juli 2026.

[9] Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz, www.gesetze-im-internet.de/woflv/__4.html. Zugegriffen 24. Juli 2026.

[10] Bauherren-Schutzbund e. V., www.bsb-ev.de/neubau/versicherung-beim-hausbau. Zugegriffen 24. Juli 2026.

[11] Finanztip Stiftung, www.finanztip.de/wohngebaeudeversicherungen/bauleistungsversicherung/. Zugegriffen 24. Juli 2026.

[12] Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz, www.gesetze-im-internet.de/bgb/__650b.html. Zugegriffen 24. Juli 2026.

[13] Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz, www.gesetze-im-internet.de/bgb/__650c.html. Zugegriffen 24. Juli 2026.

Über unsere*n Autor*in
Kathrina Haunfelder
Kathrina Haunfelder arbeitet als Redakteurin für Dachdecker.com und macht komplexes Fachwissen aus dem Dachdeckerhandwerk verständlich. Ihr Studium in Technikjournalismus und Technik-PR vermittelte ihr fundierte Kenntnisse in Physik und Energietechnik, eine wichtige Grundlage für Themen wie Dachdämmung und Wärmeschutz. Ergänzend absolvierte sie eine Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin, die ihre sprachliche Präzision weiter schärfte. Mit mehr als 5 Jahren Berufserfahrung führt sie als Redakteurin für Dachdecker.com regelmäßig Interviews mit Branchenprofis und Verbänden und verbindet praxisnahes Wissen mit technischem Hintergrund.