Dachdämmung: Maßnahmen, Kosten und Anforderungen im Überblick
Wer effektiv dämmt, spart Energie und Heizkosten. Vor allem am Dach macht eine gute Wärmedämmung Sinn. Um Sie bei der Planung Ihres persönlichen Projekts Dachdämmung zu unterstützen, haben wir für Sie die verschiedenen Arten, Materialien und Preise recherchiert. Erhalten Sie die wichtigsten Informationen im Überblick hier auf Dachdecker.com.
Warum ist es überhaupt so wichtig, das Dach ausreichend und effizient gegen Wärmeverlust zu dämmen? Experten schätzen den Wärmeverlust über unzureichend oder gar nicht gedämmte Dachflächen auf etwa 40%. Gegenüber anderen potenziellen Wärmebrücken an Fenstern (ca. 15%), Wänden (ca. 35%) und Keller (ca. 6%) des Hauses ist das Risiko der Energie- und Heizkostenverschwendung über das Dach damit am größten.
Um langfristig Energie- und Heizkosten zu sparen und gleichzeitig für ein behagliches Wohnklima zu sorgen, ist eine gute Dachdämmung damit unumgänglich. In vielen Fällen ist sie sogar Pflicht. So regelt beispielsweise die Energieeinsparverordnung sehr genau, in welchem Rahmen bei Neubau und Sanierung älterer Gebäude bestimmte Dämmwerte einzuhalten sind.
Mit der Reduzierung des Energieverbrauchs ist effizientes Dämmen auch aus ökologischer Sicht sinnvoll. Direkt daran geknüpft sind Möglichkeiten der Förderung bei entsprechend energetisch orientierten Sanierungsmaßnahmen, die bei Bauherren und Hausbesitzern einen zusätzlichen Anreiz schaffen sollen, die Energieeffizienz ihres Heims zu optimieren.
Welche Möglichkeiten einer Dachdämmung gibt es?
Um eine Dachdämmung vorzunehmen, gibt es mehrere Möglichkeiten, die sich vor allem hinsichtlich des verwendeten Materials, der Art der Anbringung und damit nicht zuletzt in den Kosten unterscheiden. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Dämmmaßnahmen, die an der Innenseite der Dachfläche vorgenommen werden und jenen, die an der Außenseite der Dachkonstruktion zum Tragen kommen.
Möglichkeiten der Dachdämmung: Tipps vom Energieberater. © BauWebTV / youtube.com
Dachdämmung von innen
Von Dämmmaßnahmen an der obersten Geschossdecke bzw. auf dem Fußboden des Dachbodens abgesehen, werden im Inneren des Dachstuhls grundlegend zwei verschiedene Dämmvarianten unterschieden:
- Die sogenannte Zwischensparrendämmung ist nahezu obligatorisch für jedes Gebäude mit Steildach. Der Dämmstoff – hauptsächlich Dämmmatten aus Zellulose oder Steinwolle – wird hierbei in die Zwischenräume der Dachsparren eingebracht und anschließend, je nach Raumnutzung, verkleidet oder nicht. Diese Variante punktet in erster Linie mit guten Dämmwerten, vergleichsweise niedrigen Kosten und der Möglichkeit, diese Maßnahme auch nachträglich vornehmen zu können. Mehr zu den Vor- und Nachteilen der Zwischensparrendämmung im Detail, unter welchen Voraussetzung sie sich lohnt und was dabei im Speziellen zu beachten ist, erfahren Sie hier.
- Bei der Untersparrendämmung wird der Dämmstoff unterhalb der Dachsparren angebracht. In der Regel kommen hier Dämmplatten aus Styropor, Polyurethan und vergleichbaren Materialien zum Einsatz. Diese werden entweder anschließend zusätzlich verkleidet oder dienen selbst als Abdeckung der Dachkonstruktion. Die Untersparrendämmung bietet sich insbesondere als zusätzliche bzw. nachträgliche Dämmoption an, nicht jedoch als alleinige Maßnahme für einen ausreichenden Wärmeschutz zu sorgen. Informieren Sie sich hier, wenn sie mehr über die Vor- und Nachteile der Untersparrendämmung erfahren möchten.
Achtung: Auch die dickste Dämmschicht kann nicht effektiv vor Wärmeverlust schützen, wenn das Material unsachgemäß angebracht wurde. Vor allem an schwierigen Stellen wie Fenstern, Rohren und Ecken führt unzureichende Fachkenntnis bei der Anbringung zu Fugen in der Dämmung und damit zu Wärmebrücken. Auch deshalb sollten langfristig wirksame Maßnahmen wie die Dachdämmung stets von einem qualifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden. Dieser arbeitet schnell, sauber und fachgerecht – eine unbedingte Voraussetzung für die Langlebigkeit und Effizienz Ihrer Dämmung am Dach.
Die Dachdämmung von außen

Bei der Dachdämmung von außen werden Dämmmaterialien, wie Holzfaserplatten, auf dem Dach angebracht. © Rainer Sturm / pixelio.de
In diesem Bereich spricht man von der sogenannten Aufsparren-, Auflatten- bzw. Aufdachdämmung. Üblicher Weise wird hierbei Hartschaum verwendet. Dämmmatten und Dämmplatten kommen jedoch ebenso in Frage. Bei dieser Variante der Dachdämmung wird das Dämmmaterial oberhalb der Sparren aufgebracht. Der große Vorteil dieser Art der Dämmung besteht in erster Linie darin, dass sich hierbei eine geschlossene Dämmschicht herstellen lässt, die Wärmebrücken nahezu ausschließt. Gleichzeitig erfordert die Aufsparren- bzw. Aufdachdämmung, dass das Dämmmaterial direkt unterhalb der Dacheindeckung angebracht wird. Damit kommt sie nur in Verbindung mit einer Neueindeckung des Gebäudes in Frage und ist damit verhältnismäßig kostenintensiv. Näheres zu dieser Dämmmethode finden Sie hier.
Achtung: Immer wieder sind dubiose Geschäftsleute unterwegs, die Hausbesitzer als vermeintliche Energieberater zu unnötigen Sanierungsmaßnahmen überreden. Nicht selten wechselt dabei viel Geld den Besitzer, ohne dass die aufgedrängte Leistung anschließend auch durchgeführt wird. Lassen Sie sich deshalb nur von einem ausgewiesenen Fachmann der Dachdecker-Innung beraten. Entsprechend zuverlässige Meisterbetriebe finden Sie hier auf unserem Fachportal.
Dachdämmung: Materialien und Preise
Die Kosten einer Dachdämmung variieren in Abhängigkeit von der Art der Dachdämmung, dem damit verbundenen Arbeitsaufwand, den verwendeten Materialien sowie der Größe der zu dämmenden Fläche zum Teil sehr stark.
Grundsätzlich ist eine äußere Dämmung des Daches stets mit höheren Kosten verbunden als eine von innen durchgeführte Dachdämmung. Auch wenn genaue Zahlen pauschal nur schwer zu benennen sind, kann das Verhältnis in etwa mit 1:4 angegeben werden. Schlägt eine einfache Zwischensparrendämmung also mit ungefähr 50 Euro pro m² zu Buche, so kann die äußere Dämmung inklusive Neueindeckung bis zu 200 Euro und mehr pro m² kosten.
Neben Dämmvariante spielt natürlich das für die Dachdämmung verwendete Material eine große Rolle für die preisliche Gestaltung Ihrer Dachsanierung. Gängige Dämmstoffe sind in erster Linie:
- geschäumte Kunststoffe wie Polystyrol (Styropor, XPS), Neopor oder Polyurethan; meist als Hartschaumplatte
- geschäumte Elastomere auf Basis von Neopren-Kautschuk, EPDM oder ähnlichen gummiartigen Basismaterialien
- anorganische Dämmstoffe wie Mineralwolle (z.B. Steinwolle oder Glaswolle), Hochtemperaturwolle, Blähton, Perlite, Kalziumsilikat-Platten und geschäumtes Glas (siehe Schaumglas, Blähglas),
- Naturdämmstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen wie Holzfaser, Holzwolle (zement- oder magnesitgebunden, z.B. Heraklith) oder tierische und pflanzliche Fasern wie Schafwolle, Kokosfaser, Hanffaser, Flachsfaser, Kapok, Kork, See- und Wiesengras sowieSchilfrohr(matten) oder Dämmstoffe aus Recyclingmaterial wie Zellulose aus (Altpapier)
Bei der Fülle unterschiedlicher Dämmstoffe mit ihren jeweils ganz eigenen Eigenschaften kann die Wahl des geeigneten Materials schnell zur Qual werden. Die wichtigsten Kriterien für die Effizienz eines Dämmstoffes sind vor allem:
- Wärmeleitfähigkeit,
- Wasserdampfdiffusionswiderstand,
- Baustoffklasse,
- Einsatzmöglichkeiten
Anforderungen an die Dachdämmung
Insofern Sie nicht ohnehin auf eine maximale Energieeffizienz zielen, sollten Sie sich im Vorhinein Ihrer Dachdämmung unbedingt mit den Anforderungen befassen, welche diese zu erfüllen hat. Wie eingangs angekündigt, ist gutes Dämmen nicht nur Kür, sondern zu großen Teilen Pflicht.
Energieeinsparverordnung 2009 (EnEV Dachdämmung)
Sowohl bei Neubau als auch im Rahmen nachträglich durchgeführter Dämmmaßnahmen müssen sich Hausbesitzer zwangsläufig mit den Bestimmungen der Energieeinsparverordnung bezüglich Dachdämmungen beschäftigen. Diese legt fest, welche Mindestwerte die Dämmung eines neu gebauten bzw. in der Erneuerung befindlichen Gebäudes erfüllen muss. Aktuell gelten die Vorschriften der EnEV 2009. Diese legt unter anderem den Mindestwert für den Wärmedurchgangskoeffizienten der Dachdämmung fest. Für Steildächer liegt dieser gegenwärtig bei 0,24 W/(m²K). Die Dämmung flacher Dachflächen muss hingegen einen U-Wert von mindestens 0,20 W/(m²K) erreichen. Geltungsbereich umfasst in jedem Fall sämtliche Häuser, die nach Eintreten der aktuellen Bestimmungen gebaut wurden. Darüber hinaus müssen die Werte ebenfalls bei der energetisch orientierten Sanierung von Altbauten eingehalten werden, die mehr als 10% der Dachfläche betreffen. Näheres zum Thema Dämmung von Altbaudächern erfahren Sie hier.
Förderung energetischer Sanierungsmaßnahmen
Da eine gute Dachdämmung nicht nur Heizkosten spart, sondern auch ökologisch relevant ist, können engagierte Hausbesitzer für entsprechende Sanierungsmaßnahmen staatliche Fördergelder in Anspruch nehmen. Eine Förderung im Bereich Dachdämmung bietet unter anderem die staatliche KfW-Bankengruppe an. Deren finanzielle Unterstützungsprogramme richten sich sowohl an Bauherren, die eine Komplettsanierung vornehmen möchten, als auch bei Einzelmaßnahmen, die vor dem Hintergrund energetischer Effizienzoptimierungen getätigt werden. Hier können Sie sich einen ersten Überblick zu den Konditionen der KfW-Förderung verschaffen.
Achtung: Fördermaßnahmen wie das der KfW-Bankengruppe gelten nur, wenn die entsprechende Dämmung auch fachgemäß unter Einhaltung der geforderten Dämmwerte durchgeführt wird. Wer die staatliche Förderung in Anspruch nehmen möchte, sollte nach Möglichkeit davon Abstand nehmen, die Dämmung selbst vorzunehmen. Mit der finanziellen Unterstützung relativieren sich die Mehrkosten des Fachhandwerkers deutlich. Deshalb, und um langfristig von der Effizienz und Beständigkeit Ihrer neuen Dämmung profitieren zu können, sollten Sie dieses Projekt in die Hände des Experten legen.
Fazit:
